Die Haengenden Gaerten von Babylon

Die Haengenden Gaerten von Babylon werden immer im Zusammenhang mit Semiramis gebracht. Semiramis war die Schwiegertochter des bedeutenden Assyrerkoenigs Salamanassar III. Nach dem Tod ihres Gemahls fuehrte sie fuer ihren unmuendigen Sohn die Regentschaft. Semiramis stammte vielleicht aus dem heutigen Armenien. Sie war mit einem assyrischen Prinzen verheiratet worden um den friedlichen Ausgleich zwischen den Nachbarn zu sichern. Man hat auch vermutet, dass sie Babylonierin war, da zu ihrer Zeit der religioese und kulturelle Einfluss Babylons in Assur deutlich zunahm. Die Legende von Semiramis und ihren Haengenden Gaerten fand auch bei den Griechen starke Verbreitung. Es wird ueberliefert, dass schon ein frueherer assyrischer Koenig grossartige Gearten besass. '' Von oben kommt Kanalwasser durch die Gaerten herab geflossen; im Lustgarten sind die Wasserfaelle wie Himmelgestirne. Granatapfelbaeume, dicht behangen mit Trauben von Fruechten wie Wein, bereichern die Lueftchen."
Die
beruehmten Reliefs des Assurbanipal aus dem Palast in Ninive zeigen auch eien
Teil des koeniglichen Gartens. Man weiss nicht mit Sicherheit wie sie genau
aussahen. Angeblich waren die Gaerten terrassenformig und die Baumkronen sollen
die Palastmauern ueberragt haben.
Andere Quellen zu Folge, war der Garten auf jeder Seite 123 m lang, ansteigend wie ein Berg, ein Sockwerk ueber das andere, so dass er einen Anblick wie ein Theater darbot. Das Bauwerk soll derart maechtige Baeume getragen haben, dass sie bis zu 50 Fuss hoch waren. Das Wasser wird aus hoeher gelegenen stellen gergeleitet und fliesst in raschendem Lauf abwaerts. Daher gedeihen natuerlich immer gruene Pflanzen. Unter den ansteigenden Terrassen waren Mauerreihen gebaut, welche die ganze Schwere des Gartens zu tragen hatten und die, wie das Ganze anstieg, immer ein wenig ueber die vorhergehende hervorragten. Das Wasser wird in dichte, lange Rinnen geleitet und bewaessert so den ganzen Garten, indem es die Wurzeln der Pflanzen bis in die Tiefe versorgt und den Erdboden feucht haelt. Um die Stadt und sicher auch die Gaerten mit genuegend Wasser zu versorgen, wurde eine mehrere Kilometer lange Aquaeduktleitung angelegt, die ein Flussstau speiste.
Ein Zeitgenosse des Kaisers Augustus meinte die Haengenden Gaerten seien am Euphrat gelegen. Aber heutige Wissenschaftler bezweifeln diese Lokalisierung.
Diodor von Sizilien vergleicht in seiner Beschreibung der Haengenden Gaerten die Kellerkonstrukton mit den Roehren einer Hirtenfloete. Das von ihm genannte Mass der Gewoelbebreite stimmt ueberein. Es gab sieben Terassen Stufen von jeweils fuenf Metern, so dass die Baumkronen der obersten die Palastmaurn ueberragten. Die Mauern haetten Schutz gegen die Wuestenwinde gewaehrt, die Bepflanzung den Bueroraeumen in der Umgebung Kuehlung gespendet. Ueber den gewoelbten Kammern sollen Steinbalkenreihen gelegen haben,die eine Schicht mit Schilf durchsetztes Asphalt bedekte. Derart maechtige Baeume tragen dieses Bauwerk, dass ihre Stamme acht Ellen dick und bis zu fuenfzig Fuss hoch werden, ja sogar Fruechte tragen, als naehrte sie ihr Mutterboden.
Es war wahrlich ein koenigliches Kunstwerk, das Menschen bis heute in Atem haelt bei seinem Erwaehnen.
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