Der Kollos von Rhodos

Helios,der Sonnengott der Hellenen, griff nicht unmittelbar in das Schicksal der Menschen ein. Man verehrte ihn als Sinnbild von Leben, Licht und Ordnung. Er galt als Sohn der Titanen und Thea. Er zeugte mit mehreren Frauen Kinder. Eines Tages erfuellte er seinem Sohn den Wunsch einmal den Sonnenwagen lenken zu duerfen. Der Knabe aber geriet aus der Bahn und kam der Erde zu nahe. Die Berge fingen Feuer und das Land Lybien wurde zur Wueste. Darauf hin schleuderte Zeus seinen Blitz nach dem Knaben und er stuerzte tot.

Seine Schwestern beweinten ihren unglueckseligen Bruder und sie selbst wurden in Pappeln verwandelt.Vom Himmel aus sieht Helios alles. Die Griechen riefen Helios beim Eid als Zeugen, aber nur auf Rhodos weihten sie ihm einen Tempel. Auf rhodischen Muenzen war sein Gesicht abgebildet. Dorer siedelten sich gegen 1000. vor Christus auf Rhodos. Rhodos lag im Schnittpunkt bedeutender Seefahrtswege. Der Koloss von Rhodos stand angeblich mit gspreizten Beinen ueber der Einfahrt zum Hafen. Er soll 33 Meter hoch gewesen sein. Bei einem Erdbeben knickte er zusammen.Auch die Truemmer wurden bewundert. Manche meinen, dass der Koloss von Rhodos am Ende der Ostmole aufragte und nicht mit den gespreizten Beinen stand. Fuer den Standort auf dem Hafenmol spricht die Tatsache, dass in hellenistischer Zeit die Mode aufkam, an die Hafeneinfahrten Kolossalstatuen zu errichten. Der franzoesische Bildhauer, der die Freiheitsstatue erschuf, hatte bei der Erschaffung seines Werkes an den Kollos von Rhodos gedacht und ihn mit seiner Hoehe von 46 Metern uebertroffen.
Da niemand genau wusste oder weiss wie der Koloss wirklich aussah, hat man schon seit jehher Zeichnungen von ihm angefertigt. Die Kuenstler lebten darin ihre Fantasien aus ohne sich wirklich an die Fakten zu halten. Einmal glaubte man in der Figur eines auf Rhodos gefundenen Marmorreliefs ein Abbild des Kolosses erkennen zu koennen. Philon von Byzanz befasste sich ausschliesslich mit den technischen Schwierigkeiten, die bei einer Bronzenfigur solcher Groesse zu bewaltigen waren:''Auf Rhodos stand der Koloss, 70 Ellen hoch, gestaltet zu einer Heliosstatue; denn das Bild des Gottes liess sich an seinen Attributen erkennen."
Plinius schrieb:" Vor allem bewunderungswuerdig war jedoch der Sonnen-Koloss auf Rhodo, welchen der Lindier Chares, ein Schueler des Lysipp, verfertigt hatte." Die Bildsaeule wurde 56 Jahre spaeter derch ein Erdbeben umgestuerzt, erregt aber auch liegend noch Bewunderung.
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